Anne Freytag „Reality Show“

Ein guter Plot ist noch kein guter Roman

Der Plot ist gut. Drei Freunde, die zusammen in einer WG wohnen, haben einen Plan entwickelt, der an einem Heiligabend umgesetzt wird. Sie haben 42 der einflussreichsten Menschen Deutschlands ausgewählt. Es sind solche Menschen, bei denen das große Kapital sitzt und die dadurch einen großen Einfluss haben. 10 von ihnen sollen an dem besagten Heiligabend in einer Fernsehshow vorgeführt werden, nachdem man sie vorher gekidnappt hat. Die Zuschauer sollen über sie urteilen. Das läuft zum Beispiel darauf hinaus, dass jeweils der größte Teil des Vermögens der Gekidnappten an die Zuschauer verlost wird, sozusagen als ausgleichende Gerechtigkeit.

Wie gesagt, der Plot ist gut. Aber das bedeutet noch keinen guten Roman. In diesem Roman herrscht die Hektik vor. Viele kurze Kapitel mit immer wieder wechselnden Personen und Schauplätzen. Kaum hat man sich in eine Situation eingelesen, folgt der abrupte Wechsel zur nächsten. Es ist äußerst schwierig bei den vielen handelnden Personen den Überblick zu behalten. Dazu kommt als weitere Schwierigkeit, dass die Hauptpersonen Tarnnamen haben. Diese und die richtigen Namen werden wechselnd gebraucht, was natürlich zur weiteren Verwirrung beiträgt.

Wie gesagt, der Plot ist sogar sehr aktuell und sehr gut. Der Roman ist es weniger. Ich hatte mir jedenfalls mehr versprochen.