Noah Richter: „Die Morgenröte“

Erschreckend!

Hoffentlich kommt sowas nicht, oder nicht wieder. Denn Noah Richter beschreibt in seinem Roman eine Situation und Entwicklung, wie sie ähnlich 1933 bereits einmal gewesen ist. Die Situation ist aber beklemmend realistisch auf die heutige Zeit projiziert.

Georg Herzfeld, ein erfolgreicher YouTouber verbreitet eine Fake Nachricht über den Chef der Deutschen Bank und muss mit hohen Schadenersatzforderungen oder Gefängnis rechnen. Hilfe erhofft er sich vom charismatischen Popstar Götz Wolf. Wolf hat die Bewegung „Morgenröte“ gegründet, die sich mit allen Mitteln damit beschäftigt, in einer Art umfassenden subtilen Gehirnwäsche mit den modernen Kommunikationsmitteln oder auf Massenveranstaltungen immer neue Anhänger zu gewinnen und auf ihre Ziele einzuschwören. Das Hauptziel ist die Machtübernahme bei der Bundestagswahl am 26. September.

Richters Roman ist gut zu lesen und spannend. Dabei aber ungeheuer beklemmend. Er zeigt sehr realistisch mit welchen raffinierten Mitteln gearbeitet wird, wie mit schamloser Ignoranz idiotische Behauptungen aufgestellt und verbreitet werden. Man fühlt sich an manche Äußerungen von Teilnehmern an AFD oder Querdenker Demonstrationen erinnert.

Das Ende ist etwas unverständlich und mysteriös, außerdem ein Cliffhänger am Schluss. Habe ich nicht so gern.