„Letzte Ehre“ von Friedrich Ani

Drei in Eins

Oberkommissarin Fariza Nasri steht im Mittelpunkt dieses Falles. Das heißt, eigentlich sind es drei Fälle, die zu lösen sind. Nach etwa einem Drittel des Buches ist der erste Fall der verschwundenen siebzehnjährigen Finja Madsen geklärt. Man hat das Gefühl, der Roman ist eigentlich zu Ende. Aber dann geht es weiter mit Ines Kaltwasser. Hier beginnt es mit einer Schlägerei in einer Kneipe, weil Ines Kaltwasser offensichtlich unbegründet total ausrastet. Und schließlich kommt noch der dritte Fall dazu. Da geht es um Catrin, die einen Kiosk führt. Catrin und Fariza und dazu noch Sabine bilden ein Freundinnentrio.

Ani schreibt wie gewohnt sehr emotional. Man ist immer „mitten drin“ im Geschehen. Die verschiedenen Personen werden sehr deutlich gezeichnet. Das bezieht sich auch auf die Nebendarsteller und Nebendarstellerinnen. Ganz charakteristisch sind dabei die meist sehr langen Monologe, die bei Vernehmungen und Unterhaltungen oft an die Stelle von kurzen Fragen und Antworten treten. Hin und wieder ist man zwischendurch unsicher, ob Fariza, die die „Ich Erzählerin“ ist, bei der Beschreibung von seelischen Befindlichkeiten ihr Gegenüber oder sich selbst meint. Offensichtlich ein Kunstgriff Anis, mit dem er dem Leser oder der Leserin den inneren Zustand Farizas deutlich macht.

Ein Roman, der trotz der drei Teile eine Einheit bildet, sich gut lesen lässt und eine zunächst subtile Spannung aufbaut, die sich bis zum Höhepunkt steigert.