Benedict Wells: „Hard Land“

Es lohnt sich!

15 Jahre. Kein Kind mehr. Noch nicht (richtig) erwachsen. Eine harte Zeit für Sam. Sam, ein unsicherer Außenseiter, der an Angstattacken leidet und für Chuck Bannister und seine Clique ein gefundenes Opfer ist. Seine Eltern wünschen sich, dass er selbstsicherer wird und Freunde findet. In den Schulferien soll Sam deshalb zu Tante Eileen. Allerdings hat Tante Eileen zwei Söhne, die Sam auch schon früher als willkommenes Opfer für ihre üblen Scherze sahen. Deshalb nimmt Sam eine Ferienarbeit im Kino Metropolis des Ortes an. Da lernt er Kirstie, Cameron und Brand (nur Hightower genannt) kennen, die auch neben der Schule im Kino arbeiten. Die vier managen das Kino und Sam macht die Erfahrung, dass er in die Gruppe aufgenommen wird. Es wird ein magischer Sommer. Auch wenn Sams Mutter todkrank ist und das Verhältnis zu seinem Vater problematisch ist.

Hard Land ist der Titel eines Buches, das in der Abschlussklasse alljährlich im Literaturunterricht vom Inspector, wie der Lehrer respektvoll genannt wird, Unterrichtsstoff ist. Im Buch geht es um einen Jungen, der zum Mann wird. Das Buch im Buch hat also dasselbe Thema des Erwachsenwerdens. Denn ein hartes Land ist auch die Zeit des Erwachsenwerdens für Sam.

Benedict Wells schreibt sehr einfühlsam. Man merkt, dass er für sein Buch mehrere Jahre gebraucht hat. Man merkt, dass er dabei am Text gefeilt hat. Wells blickt dabei hinter die Rollen, die Jugendliche und auch Erwachsene spielen, um sich und ihre eigenen Unsicherheiten dahinter zu verstecken. Da werden Probleme zwischen Jugendlichen und auch zwischen Erwachsenen und Jugendlichen thematisiert. Das ganze aber auf eine unnachahmliche Weise ohne den pädagogischen Zeigefinger.

Im Buch, das im Literaturunterricht besprochen wird, rudert die Hauptperson am Ende über einen See in das Erwachsenen Leben. Am Ende von Wells Geschichte rudert Sam …. Aber das will ich hier nicht verraten. Lesen Sie selbst. Es lohnt sich.