„Fake Facts – Wie Verschwörungstheorien heute unser Denken bestimmen“ von Katharina Nocun und Pia Lamberty

Wir glauben ja alle nicht an die Verschwörungsfantasien von Echsenwesen und Adenochrom, oder? Aber anfällig für das Geraune in den asozialen Medien und anderswo sind wir schon, oder?

Die Bürgerrechtlerin Katharina Nocun und die Psychologin Pia Lamberty ergründen in diesem Buch, warum so viele Menschen anfällig sind für Verschwörungserzählungen. Mit vielen konkreten Beispielen erläutern sie, wie schnell man auf dubiose Thesen hereinfällt, warum es uns so schwer fällt ihnen zu widersprechen und welche Rolle Facebook, Twitter und Co spielen. Dabei stellt sich heraus, dass Verschwörungserzählungen nicht neu sind, schon im Mittelalter gab es Sündenböcke für die Pest, Missernten oder Kriege. Und die „große jüdische Weltverschwörung“ hat auch eine lange Geschichte längst vor George Soros. 

Akribisch weisen die beiden Autorinnen nach, welche Interessen hinter diesen Erzählungen (Theorien sind es ja nicht, auch wenn das Wort im Titel auftaucht) stecken und warum sie für die Demokratie gefährlich werden können. Sie geben Hilfestellung bei der Aufdeckung von verdrehten Fakten  und mit einem ausführlichen Quellenverzeichnis bekommt man Zugang zu weiterführender Literatur.

Sicherlich werden Menschen, die an die Echsenwesen und Adenochrom glauben, dieses Buch nicht lesen, aber für alle anderen ist es eine sehr aktuelle und erhellende Lektüre.