„Der Apfelbaum“ von Christian Berkel

Die Geschichte von Sala und Otto, die sich in jungen Jahren verlieben und erst lange nach dem 2. Weltkrieg wieder zusammenfinden, ist angelehnt an die Familiengeschichte Berkels, der sich als Schauspieler einen Namen gemacht hat. Es ist unsere deutsche Geschichte, die nicht anschaulicher hätte erzählt werden können. Das ganze Buch erzittert unter der Last des Zweiten Weltkrieges. Es schildert das Überleben in einer Zeit, in der es kein Recht gab, keine Freiheit und kein Erbarmen: Sala überlebt ein Lager in den Pyrenäen und Otto die über 4 Jahre dauernde russische Kriegsgefangenschaft als Arzt. Ein fesselnder Roman bis zur letzten Seite. Allein die Dialoge Berkels mit seiner dementen Mutter, die den Roman einbetten, verleiten gleichermaßen zum Lachen und Weinen.Man wünscht sich eine Fortsetzung, wie seine Kindheit unter diesen Bedingungen verlaufen ist. Zum Schluss schreibt Berkel über seinen alten Französischlehrer, der ihm nahelegt, sich irgendwann zu entscheiden: Literatur oder Schauspiel! Ich kann nur sagen, zum Glück hat sich dieser grandiose Schauspieler nicht an den Rat gehalten – er ist nämlich auch ein grandioser Schriftsteller.