Pauls Buchtipp der Woche: Håkan Nessers „Der Fall Kallmann“

 Pauls Buchtipp der Woche: Håkan Nessers „Der Fall Kallmann“

Kallmann, merkwürdiger Typ. Wurde er nun ermordet? Oder war es ein Unfall? Merkwürdige Tagebücher spielen eine große Rolle. Ein Privatschnüfflertrio, bestehend aus drei Lehrern der Gesamtschule in K., macht sich an die Lösung des Falls. Dabei spielt Charlie, ein genialer Schüler an der Bergtune Schule in K., der den toten Kallmann fand, eine Schlüsselrolle. Findet der Fall Kallman eine Lösung, wenn man zwei Generationen in die Vergangenheit geht? Wer ist Kallmann wirklich? Und was hat Charlies Mutter, die Künstlerin, mit dem Ganzen tun?

Nesser hält das ganze Buch über bis zur einigermaßen überraschenden Lösung eine subtile Spannung aufrecht. Das Buch ist kein Reißer, kein Thriller, einfach ein Roman. Im Buch spielen nicht nur Kallmanns Tagebücher eine wichtige Rolle. Das ganze Buch ist in einer Art Tagebuchform geschrieben. Dabei wechseln die fiktiven Tagebuchschreiber von Kapitel zu Kapitel. Sehr gut gelingt in den einzelnen Kapiteln jeweils der Übergang von der rein beschreibenden Form zu den Dialogen. Zu Beginn der einzelnen Kapitel ist man als Leser gezwungen, sich erst mal neu zu orientieren. Wer "schreibt" denn jetzt das nächste Kapitel? Durch diese Form des Buches bleibt der Autor quasi unbeteiligt im Hintergrund.

Wer keinen reißerischen Krimi sucht sondern einen soliden Roman, ist mit diesem Buch gut bedient.